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W73: Krankheitsprozesse selbsthypnotisch utilisieren – mit dem Kompetenzscheinwerfer

Krankheit, Schmerzen und medizinische Eingriffe verändern die Organisation des Erlebens. Aufmerksamkeit verengt sich, der Körper wird zum Ort von Alarm oder Fremdheit, innere Bilder und Selbstgespräche verstärken Angst, Hilflosigkeit oder Kontrollversuche. Vieles davon geschieht unwillkürlich und kann aus hypnosystemischer Sicht als bereits ablaufende Selbsthypnose verstanden werden.

Wie können Patient:innen diese Prozesse so utilisieren, dass mehr Selbstkooperation, Orientierung und Einfluss auf das eigene Erleben entstehen? Der Kompetenzscheinwerfer bietet dafür eine einfache und flexibel einsetzbare Prozessheuristik. Ausgangspunkt ist das, was gerade da ist: eine Körperempfindung, ein Symptom, ein Gedanke, ein inneres Bild, eine Emotion oder ein Impuls. Mit der Wofür-Frage, körperlicher Verortung und dosierter Beobachtung wird dieser Prozess nicht vorschnell bekämpft oder umgedeutet. Vielmehr wird erkundet, welche zieldienliche Entwicklung der Organismus als Nächstes anbietet und welche minimale Unterstützung dafür hilfreich ist. Eine eigens erstellte Wortmedizin und der Stimmigkeits-Check verdichten die entstehende Lösungstrance. Sie sollen helfen eine transfererleichternde Brücke in den Alltag zu bauen und auch Ehrenrunden gekonnt zu nutzen.

Utilisation bedeutet dabei nicht, Krankheit schönzureden, psychisch zu erklären oder für sinnvoll zu erklären. Utilisiert werden die ohnehin ablaufenden Aufmerksamkeits- und Selbstorganisationsprozesse.

Die Teilnehmenden erproben den Kompetenzscheinwerfer in praktischen Übungen, lernen seine Prozesslogik kennen und entwickeln Möglichkeiten, ihn Patient:innen (und sich selbst) als alltagsnahe Form der Selbsthypnose anzubieten.