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Blaulichtanalgesie: Therapeutische Kommunikation im Rettungsdienst

Als Camille Redard (1841-1910) im Jahr 1904 seine "Blue light anaesthesia" bei Zahnextraktionen durchführte, hat er sicherlich nicht an die moderne Rettungsmedizin gedacht, aber durch hypnosuggestive Kommunikation eine suffiziente Analgesie induziert.

Spontane Tranceinduktion wie fokussierte Aufmerksamkeit; wortwörtliches Verstehen; ideomotorische Reaktionen; selektive, partielle Amnesie; Dissoziation; Hyperästhesie/Hypästhesie; Katalepsie und gesteigerte Suggestibilität sind in einer Notfallsituation nicht selten und müssen einerseits als solche erkannt werden und können dann auch therapeutisch genutzt werden, ebenso wie die gezielte Tranceinduktion zum Zwecke der Schmerztherapie oder allgemeinen Symptom- und Stresskontrolle. 

Ganz wesentlich erscheint aber gerade im notfallmedizinischen Kontext der Einsatz einer bewussten Sprache im Sinne einer therapeutischen Kommunikation, um Noceboeffekte zu minimieren und die Spontanheilungskräfte der Patientinnen und Patienten in einer objektiven und/oder subjektiven Ausnahmesituation bestmöglich zu aktivieren.

Der Workshop gibt eine Literaturübersicht und beleuchtet wissenschaftliche Grundlagen und Evidenz, um dann anhand von Fallbeispielen und Einsatzszenarien Möglichkeiten und Grenzen der therapeutischen Kommunikation und medizinischen Hypnose im Rettungsdienstalltag aufzuzeigen.